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Äthiopische Opale schleifen: Anleitung vom Rohstein zum Cabochon

Äthiopische Opale schleifen: Anleitung vom Rohstein zum Cabochon

Äthiopische Welo Opale sind der ideale Stein, um das Opalschleifen zu lernen: Der Rohstein ist erschwinglich, das Material ist für Opal-Verhältnisse erstaunlich gutmütig – und kaum etwas ist befriedigender, als das Farbenspiel Schicht für Schicht aus einem unscheinbaren Rohstein herauszuarbeiten. Nach rund 15 Jahren an der Schleifmaschine teile ich hier die wichtigsten Grundlagen.

Warum Welo Opal zum Lernen perfekt ist

  • Fehler verzeihen: Welo Opale haben in der regel deutlich dickere Farbbänder als australische Opale. Ein Anfängerfehler kostet selten den ganzen Stein.
  • Günstiger Rohstein: Übungsmaterial gibt es schon für wenige Franken pro Gramm – bei australischem Schwarzopal undenkbar.
  • Das Farbenspiel führt dich: Weil Welo Opale oft durchscheinend sind, siehst du beim Schleifen früh, wo die Farbe sitzt und in welche Richtung du arbeiten musst.

Die Besonderheit: Hydrophan und Wasser

Welo Opale sind Hydrophanopale – sie saugen Wasser auf. Beim Schleifen arbeitest du aber zwingend nass (dazu unten mehr). Das bedeutet: Dein Stein sieht während der Arbeit anders aus als im Endzustand. Er wird transparenter, das Farbenspiel kann vorübergehend verschwinden. Keine Panik – das ist normal. Lass den Stein nach dem Schleifen einige Tage bei Raumtemperatur trocknen, dann zeigt sich das echte Ergebnis. Beurteile deinen Fortschritt deshalb nie am nassen Stein.

Ein Tipp von mir um Rissbildung vorzubeugen: Schleife den Stein in einem Durchgang, bzw. lasse ihn zwischendurch nicht trocknen. Wenn du Fertig bist, wickle ihn in saugfähiges Küchenpapier ein und verpacke ihn luftdicht in einen Ziploc-Sack für ein bis zwei Tage bevor du ihn herausnimmst und endgültig trocknen lässt. Damit trocknet der Stein zu Beginn sehr langsam und du minimierst das Riss-Risiko.

Die Ausrüstung

  • Schleifmaschine (Cabbing-Maschine mit Rädern in meinem Fall) mit Wasserzufuhr – eine Flach-Schleifmaschine funktioniert auch
  • Diamantscheiben in mehreren Körnungen: hart 280er zum Formen, weich (280) zum Fein-Formen, weich mittel (600–1200) zum Verfeinern/Vorpolieren, optional:  weich fein (3000–14000). In der Regel kann man nach dem 1200er direkt polieren.
  • Polierscheibe aus Leder oder Filz mit Ceriumoxid, am besten Super, bzw. French Ceriumoxic mit 1 oder weniger nM.
  • Dop-Stäbe und Dop-Wachs, um den Stein sicher zu halten.
  • Wasserfester Stift, gute Lampe, Geduld.

Schritt für Schritt zum Cabochon

  1. Rohstein lesen: Betrachte den Stein nass und trocken, von allen Seiten, unter der Lampe. Wo sitzt das Farbenspiel? Wo sind Risse oder Sandeinschlüsse? Plane den Schnitt so, dass die beste Farbschicht später auf der Oberseite des Cabochons liegt.
  2. Grob formen (280er hart): Säge oder schleife den Rohstein auf die ungefähre Form. Arbeite immer mit laufendem Wasser und wenig Druck – der Stein soll nie heiss werden.
  3. Aufdoppen: Klebe den Stein mit Dop-Wachs auf den Dop-Stab. Bei Welo Opalen das Wachs nur handwarm verwenden – zu viel Hitze mögen sie nicht.
  4. Kuppel schleifen (280er hart und 280er weich): Arbeite die Cabochon-Wölbung heraus. Gleichmässige, fliessende Bewegungen; kontrolliere die Symmetrie regelmässig von oben und von der Seite.
  5. Verfeinern (600er–1200er): Entferne alle Kratzer der vorherigen Körnung, bevor du zur nächsten wechselst. Das ist die wichtigste Regel überhaupt – ein 600er-Kratzer lässt sich mit der Polierscheibe nicht mehr entfernen.
  6. Polieren: Mit Ceriumoxid auf Leder entsteht der finale Glanz. Beim Opal gilt: lieber länger mit wenig Druck als kurz mit viel.
  7. Trocknen lassen und geniessen: Erst nach ein paar Tagen zeigt der Stein sein endgültiges Farbenspiel.

Sicherheit: immer nass schleifen

Opal besteht aus Kieselsäure. Trockener Schleifstaub gehört nicht in die Lunge – nass geschliffen entsteht praktisch kein Staub. Arbeite deshalb ausnahmslos mit Wasserzufuhr und sorge für gute Belüftung. Ich arbeite zusätzlich immer mit einer Atemschutzmaske

Die häufigsten Anfängerfehler

  • Zu viel Druck – der Stein wird heiss und kann Spannungsrisse bekommen.
  • Körnung übersprungen – Kratzer, die beim Polieren sichtbar bleiben.
  • Den nassen Stein beurteilt – und enttäuscht zu tief weitergeschliffen, obwohl die Farbe nach dem Trocknen perfekt gewesen wäre.
  • Die schönste Farbschicht weggeschliffen, weil der Rohstein vorher nicht sorgfältig gelesen wurde.

Du suchst den passenden Rohstein?

Passende Rohsteine zum Üben findest du jederzeit in meiner Rohstein-Kollektion – und wer erst schauen möchte, wie das Ergebnis aussieht: Hier sind meine fertig geschliffenen Opale.

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